Ein Meilenstein für den IT-Planungsrat war 2025 die Einführung der strategischen Portfoliosteuerung als dritten Teil der „Föderalen Digitalstrategie“. Die strategische Portfoliosteuerung bildet einen verbindlichen Umsetzungsrahmen, der sicherstellt, dass föderale Digitalisierungsvorhaben auf gemeinsame strategische Ziele einzahlen. In einem ersten Antragsprozess wurden 27 erste Umsetzungsvorhaben zur Föderalen Digitalstrategie freigegeben. Insgesamt bewertete die FITKO rund 70 Anträge mit einem Förderbedarf von 75 Millionen Euro; der IT-Planungsrat genehmigte Projekte mit einem Gesamtvolumen von 15 Millionen Euro.
Zentrale Beschlüsse mit übergreifender Wirksamkeit
Weitere Akzente setzte das Gremium 2025 mit Beschlüssen zur Deutschen Verwaltungscloud (DVC), zum Nationalen Once-Only-Technical-System (NOOTS) sowie zur Zielarchitektur für Postfach- und Kommunikationslösungen (ZaPuK).
Die DVC hat ihre Pilotphase erfolgreich abgeschlossen und ist seit dem 1. April 2025 Produkt des IT-Planungsrats. Mit dem Cloud-Service-Portal erhalten Verwaltungsentscheider:innen erstmals eine kuratierte Übersicht über sofort nutzbare Cloud-Infrastrukturen und -Dienste. Mittlerweile bildet das Cloud-Service-Portal die technische Grundlage für den Marktplatz Deutschland Digital (MDD).
Auch beim Once-Only-Prinzip wurden zentrale Grundlagen gelegt. Mit dem Beschluss zum Flächenrollout von Identitätsdatenabruf (IDA), Nationalem Once-Only-Technical-System (NOOTS) und Datenschutzcockpit (DSC) wurden Voraussetzungen für einen sicheren, transparenten und medienbruchfreien Registerdatenaustausch geschaffen. Bürger:innen sollen künftig nachvollziehen können, welche Behörde auf ihre Registerdaten zugegriffen hat; zugleich sollen Nachweise perspektivisch seltener neu beigebracht werden müssen.
Darüber hinaus hat der IT-Planungsrat den Weg für eine einheitliche Postfach- und Kommunikationsinfrastruktur freigemacht. Der Zwischenstand der ZaPuK schafft erstmals einen gemeinsamen Rahmen für Postfachlösungen von Bund, Ländern und Kommunen und soll ein durchgängiges Nutzendenerlebnis mit jeweils einem zentralen Zugang für Bürger:innen, Unternehmen und Behörden ermöglichen.
„Unser Vorsitzjahr stand ganz im Zeichen der guten Zusammenarbeit – zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Gemeinsam haben wir wichtige Weichen gestellt, um die beim Staat hinterlegten Daten sicher und souverän nutzen zu können und dadurch sowohl Bürger:innen als auch Unternehmen zu entlasten und gleichzeitig Innovationen anzuregen“, erklärt Dr. Heiko Geue, Minister für Finanzen und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzender des IT-Planungsrats 2025.
Die FITKO treibt zentrale föderale Vorhaben voran
Auch die FITKO hat 2025 ihre Rolle als umsetzende und koordinierende Organisation weiter geschärft. Sie begleitete die ersten Umsetzungsprojekte der Föderalen Digitalstrategie, entwickelte die Portfoliosteuerung weiter und wirkte an zentralen föderalen Vorhaben mit. Dazu zählen unter anderem die gemeinsame Zielarchitektur für Postfach- und Kommunikationslösungen, die Koordination der NOOTS-Umsetzung gemeinsam mit dem Bundesverwaltungsamt sowie die Umsetzung des MDD. Hintergründe zu diesen Projekten werden im Jahresbericht erstmals zusätzlich in Videokommentaren präsentiert.
„Das Jahr 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn föderale Ebenen ihre Kräfte bündeln und gemeinsame Visionen konsequent verfolgen“, erklärt Dr. André Göbel, Präsident der FITKO (Föderale IT-Kooperation). „Als FITKO begleiten wir die ersten Umsetzungsprojekte und entwickeln darauf aufbauend eine Portfoliosteuerung, die aus den Zielen der Föderalen Digitalstrategie auch künftig klare Investitionsentscheidungen für bundesweit wirksame Vorhaben ableitet.“
Ausblick 2026: Digitalisierung und Staatsmodernisierung zusammendenken
Das Vorsitzjahr des Bundes steht im Zeichen der weiteren Verzahnung von Digitalisierung und Staatsmodernisierung.
Im Fokus stehen die weitere Ausgestaltung der Portfoliosteuerung des IT-Planungsrats sowie des Deutschland-Stacks des Bundes als souveräne Plattform für Leistungen und Bausteine einer geschlossenen föderalen Prozesskette. Zudem soll die Umsetzung des Once-Only-Prinzips über das NOOTS weiter vorangetrieben werden. Ziel bleibt eine moderne, handlungsfähige und nutzendenfreundliche Verwaltung für Bürger:innen, Unternehmen und Verwaltung.
„Der Bund nutzt das Vorsitzjahr 2026, um Digitalisierung und Staatsmodernisierung, Technologie und Mensch als zwei Seiten einer Medaille strategisch zusammenzuführen“, erklärt Prof. Dr. Luise Hölscher, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung und Vorsitzende des IT-Planungsrats 2026.
Der vollständige Jahresbericht 2025 mit Ausblick auf 2026 ist hier abrufbar:
Jahresbericht 2025/2026 [barrierefreie Version]
Über den deutschen IT-Planungsrat
Der deutsche IT-Planungsrat unterstützt als politisches Steuerungsgremium die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Fragen der Informationstechnik und der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen. Er fördert nutzungsorientierte elektronische Verwaltungsdienste und wirkt auf einen wirtschaftlichen, effizienten und sicheren IT-Betrieb der Verwaltung hin.
Weitere Informationen: www.it-planungsrat.de
Über die FITKO
Die FITKO (Föderale IT-Kooperation) bildet den operativen Unterbau des IT-Planungsrats. Sie wurde nach Inkrafttreten der Änderung des IT-Staatsvertrages (Oktober 2019) am 1. Januar 2020 als eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts in Trägerschaft aller Länder und des Bundes errichtet. Mit Sitz in Frankfurt am Main bündelt die FITKO die nötigen Ressourcen und Kompetenzen unter einem Dach, um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung im Auftrag des IT-Planungsrats zielgerichtet zu koordinieren und voranzutreiben.
Weitere Informationen: www.fitko.de
Pressekontakt FITKO (Föderale IT-Kooperation)
Ariana Neves
Pressesprecherin
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