Erstes Umsetzungsvorhaben im Rahmen der föderalen Digitalstrategie abgeschlossen: Machbarkeitsstudie zum Aufbau einer föderalen Antragsplattform zeigt Notwendigkeit von Ende-zu-Ende-Digitalisierung

  • Aktuelles

Die im Rahmen des Schwerpunktthemas „Digitale Infrastruktur“ des IT-Planungsrats durchgeführte Machbarkeitsstudie steht ab sofort zur Verfügung. Die Ergebnisse zeigen, warum Bürger:innen und Bürger Online-Dienste seltener als erwartet verwenden und Kommunen Einer-für-Alle-Online-Dienste – gerade außerhalb der großen Städte – wenig nachnutzen. Als Lösung schlägt die Studie eine föderale Antragsplattform mit einheitli-cher URL-Struktur, kommunalen Marken, Ende-zu-Ende-Digitalisierung und Anwendungen in einer Cloud-Infrastruktur vor.

Das Projekt zählt zu den ersten 27 Vorhaben, die der IT-Planungsrat im Juni 2025 zur operativen Umsetzung der föderalen Digitalstrategie beschlossen hat. Ziel der Studie war es, die Herausforderungen der kommunalen Ebene bei der Digitalisierung von Online-Diensten besser zu verstehen, Impulse für neue Herangehensweisen zu setzen und damit auch einen konkreten Beitrag zum Zielbild des Schwerpunktthemas „Digitale Infrastruktur“ zu leisten. Das Zielbild sieht unter anderem vor, die Grundlagen für eine durchgängige Digitalisierung (Ende-zu-Ende) zu schaffen. Als möglichen Ansatz untersuchte die Studie dazu, ob und wie eine föderale Antragsplattform, die alle bundesgesetzlichen Verwaltungsleistungen „Einmal für alle“ bereitstellt, in Deutschland realisiert werden kann. Dazu kombiniert sie technische, rechtliche und organisatorische Analysen mit qualitativen Interviews mit 50 Bürger:innen sowie 30 Kommunen. 

„Die Studie bestätigt, was viele Kommunen seit Langem zurückmelden: Digitale Angebote werden nur dann breit genutzt, wenn sie einfach, verlässlich und durchgängig funktionieren. Wir brauchen durchgängige, Ende-zu-Ende gedachte Lösungen, die Kommunen entlasten, Kosten senken und föderal anschlussfähig sind. Gemeinsam mit den Kommunen und dem Bund treiben wir im Rahmen einer Digitalisierungsoffensive entsprechende Ansätze aktiv voran“, sagt Stefan Sauer, Hessischer Staatssekretär für Digitalisierung und Innovation und Themenpate für das Schwerpunktthema „Digitale Infrastruktur“ des IT-Planungsrats.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich Bürger:innen eine einheitlichere Struktur und durchgängige Digitalisierung wünschen, um Zeit zu sparen, von medienbruchfreien Abläufen zu profitieren sowie Wiedererkennungseffekte bei der Beantragung zu erfahren. Bei den Kommunen identifiziert die Studie zu hohe Kosten bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und eine zu geringe Rendite. Gründe hierfür sind die hohen Anschlusskosten an die „Einer-für-alle“-Onlinedienste (EfA-Onlinedienste) sowie die dezentralen Betriebskosten der Fachverfahren. So stehen den Entwicklungskosten eines EfA-Onlinedienstes ca. das 1,5-fache an Betriebskosten, das 7,5-fache an Anschlusskosten und das 15-fache an Lizenz- und Betriebskosten für Fachverfahren gegenüber. Echte Ende-zu-Ende-Dienste, die den Kommunen schlüsselfertig bereitgestellt werden, helfen, erhebliche Anschluss- und Fachverfahrensbetriebskosten einzusparen, und sind dadurch deutlich rentabler.

In der Gesamtschau werden strukturelle Ursachen analysiert, bestehende Hürden systematisch herausgearbeitet und der Aufbau einer föderalen Antragsplattform als strategische Lösung vorgeschlagen. Diese soll kommunale Marken unterstützen, um die hoheitliche Kommunikation auch im digitalen Raum zu wahren. Sie soll Onlinedienste Ende-zu-Ende digitalisieren, um Anschlusskosten zu senken und Mehrfacharbeiten zu vermeiden. Zudem soll sie einen einheitlichen Cloud-Betrieb bieten, um Skaleneffekte zu realisieren, und offen sein für Dienstleister, Anbieter und Partner, um die Schaffenskraft des in Deutschland gewachsenen und erfolgreichen Ökosystems aus Fachverfahrensherstellern und IT-Dienstleistern in einem wettbewerblichen Umfeld zu nutzen.

 

Die Studie kann hier heruntergeladen werden:
Machbarkeitsstudie herunterladen

 

Mehr zum Schwerpunktthema „Digitale Transformation“
Zum Schwerpunktthema Digitale Infrastruktur

 

Mehr zu den Umsetzungsprojekten der Föderalen Digitalstrategie
Zu den Projekten des IT-Planungsrats

 

Haben Sie Interesse oder Fragen zu den Arbeitsergebnissen?
Dann wenden Sie sich gerne an den Programmmanager des Schwerpunktthemas Dr. Dennis Hummel, der die Arbeit des Schwerpunktthemas auf Seiten der FITKO begleitet:

Mail an Dr. Dennis Hummel schreiben