AG Cloud Computing und Digitale Souveränität

Arbeitsauftrag der AG Cloud

In seiner 31. Sitzung am 25. März 2020 hat der IT-Planungsrat beschlossen, dass die Stärkung der Digitalen Souveränität gemeinsam und kontinuierlich vorangetrieben werden muss. Die Arbeitsgruppe „Cloud-Computing und Digitale Souveränität" (kurz: AG Cloud) hat den Auftrag, dies umzusetzen und verfolgt nachstehende Ziele:

  1. Schaffung von nachhaltigen Arbeitsstrukturen und Plattform-Verbünden zur Stärkung der Digitalen Souveränität der Öffentlichen Verwaltung,
  2. Benennung und Einbindung von Expert:innen aus Bund, Ländern und Kommunen zur aktiven Mitarbeit in der Ausgestaltung,
  3. Schaffung und Strukturierung klarer Kompetenzbereiche zum arbeitsteiligen Vorgehen und zur operativen Ausarbeitung der Maßnahmen des Eckpunktepapiers als gemeinsame Positionierung von Bund, Ländern und Kommunen zur Stärkung der Digitalen Souveränität,
  4. Einrichtung von zielgerichteten Abstimmungs- und Kommunikationsstrukturen zur Findung gemeinsamer Beschlüsse.

Im Rahmen dieses Auftrages ist die Strategie zur Stärkung der Digitalen Souveränität für die IT der Öffentlichen Verwaltung (kurz „Hybridstrategie“) entstanden. Hybridstrategie bedeutet einerseits alternative – insbesondere Open Source-basierte – IT-Lösungen zu identifizieren und zu entwickeln, andererseits intensive und detaillierte Verhandlungen mit bestehenden IT-Anbietern zu führen, um Schmerzpunkte gezielt zu reduzieren. Die Hybridstrategie enthält unterschiedliche Handlungsfelder für Bund, Länder und Kommunen. Die AG Cloud unterstützt deren Umsetzung, indem sie konkrete Umsetzungsmaßnahmen aufzeigt. Dadurch macht sie auch die Aktivitäten der verschiedenen föderalen Ebenen zum Thema transparent. Darüber hinaus erstellt sie Beschlussempfehlungen für den IT-Planungsrat (z.B. strategische Fragestellungen, Festlegung auf Standards). Dafür greift sie auf ein Wissensnetzwerk aus Expert:innen auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene zurück, welche in drei Unterarbeitsgruppen organisiert sind und die AG mit der fachlichen Ausarbeitung von Themen unterstützen.  

Zum Beschluss Cloud-Computing und digitale Souveränität

Mitglieder der AG Cloud

Mitglieder der AG Cloud sind Vertreter:innen aus Bund, Ländern und Kommunen. Für die Kommunen sind die Kommunalen Spitzenverbände in der AG Cloud vertreten. Mitglieder der 3 Unterarbeitsgruppen (UAG) sind weitere Expert:innen aus Bund, Ländern und Kommunen zu den einzelnen Themenschwerpunkten.

Übersicht mit Logos aller an der AG Cloud Beteiligten

Leitung der AG Cloud Computing und Digitale Souveränität:

  • Thomas Hoffmann

    Referatsleiter DG II 2 - Digitale Souveränität für die IT der öffentlichen Verwaltung, Bundesministerium des Innern und für Heimat

    Telefon+49 (30) 18681-17317

  • Dr. Markus Brakmann

    Leiter Gruppe 22, Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen

    Telefon+49 (211) 8618 - 4720

UAG Technik und Betrieb

Ziel der UAG Technik und Betrieb ist es, durch gezielte Marktrecherchen und -analysen alternative Lösungen und technische Konzepte zu entwickeln sowie Landes- und Bundesstandards zu erarbeiten. Dies wird durch einen ebenenübergreifenden Austausch mit den öffentlichen IT-Dienstleistern begleitet. Zentrale Arbeitsinhalte der UAG Technik und Betrieb sind die Ausarbeitung von Technik und Architektur der Deutschen Verwaltungscloud, der Austausch und die Synchronisation mit vergleichbaren und verwandten Vorhaben (z. B. GAIA-X), die Definition von Standards und Schnittstellen sowie die Definition von Anforderungen an den Betrieb möglicher gemeinsamer Lösungen bzw. Verbundsysteme. Expert:innen von Bund, Ländern und Kommunen arbeiten in der UAG Technik und Betrieb in aktuell sieben Handlungsfeldern zusammen: (1) Infrastruktur und Schnittstellen, (2) Policies & Governance, (3) Cloud-Serviceportal, (4) Entwicklungsplattform, (5) Betriebsmodell, (6) Open Source Code Repository und (7) Proof of Concepts zur Deutschen Verwaltungscloud-Strategie (DVS).

  • Hubert Ludwig

    Geschäftsführer, DVZ M-V GmbH

    Telefon+49 (385) 4800-717

UAG Beschaffung

Die Beschaffung ist ein wesentliches Instrument für die Stärkung der Digitalen Souveränität in der Öffentlichen Verwaltung. Zu diesem Zweck erarbeiten in der UAG Beschaffung Expert:innen von Bund, Ländern und Kommunen rechtliche Rahmenbedingungen und entwickeln Umsetzungsstrategien.

Das Ziel: einheitliche Anforderungen an Technologieanbieter und -lösungen zu definieren und Beschaffer:innen in der Öffentlichen Verwaltung einen praxisnahen Leitfaden für die Beschaffung von Cloud-Leistungen zur Verfügung zu stellen.

Die Arbeitsergebnisse der UAG sollen dabei künftig auch in die vom Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat entwickelte "Unterlage für Ausschreibung und Bewertung von IT-Leistungen" (UfAB) einfließen.

  • Dr. Ruth Brand

    Präsidentin des Beschaffungsamtes des Bundesministerium des Innern und für Heimat

    Telefon+49 (0)22899 610-2000

UAG Kommunikation

Die Kommunikation hat im Kontext der beabsichtigten Stärkung der Digitalen Souveränität von Bund, Ländern und Kommunen eine große Bedeutung. Denn die Voraussetzung dafür ist in einem ersten Schritt ein gemeinsam getragenes Verständnis von Digitaler Souveränität und in einem weiteren Schritt ein auf dieses Verständnis abgestimmtes Handeln. Eine ebenenübergreifende Zusammenarbeit und eine Abstimmung zu strategischen Entscheidungspunkten sind wesentlicher Erfolgsfaktor für die Erreichung der in der Strategie zur Stärkung der Digitalen Souveränität für die IT der Öffentlichen Verwaltung festgelegten strategischen Ziele. Dafür braucht es einen gemeinsamen Diskurs und eine intensive Auseinandersetzung mit der Digitalen Souveränität. Die UAG Kommunikation erarbeitet zu diesem Zweck unterschiedliche Hilfestellungen für Bund, Länder und Kommunen.

  • Anika Krellmann

    Referentin Organisations- und Informationsmanagement, Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwal-tungsmanagement (KGSt)

    Telefon+49 (221) 37689-38

Zentrale Arbeitsergebnisse der AG Cloud

  • Eckpunktepapier zur Stärkung der Digitalen Souveränität der Öffentlichen Verwaltung

    Eine für den Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik (BfIT) durchgeführte strategische Marktanalyse zur Untersuchung von Abhängigkeiten von Softwareanbietern in der Bundesverwaltung ergab konkrete Anhaltspunkte für Beeinträchtigungen der Digitalen Souveränität. Um Abhängigkeiten zu minimieren und die Digitale Souveränität zu stärken, wollen Bund, Länder und Kommunen einen gemeinsamen Handlungsrahmen festlegen. Das Eckpunktepapier „Stärkung der Digitalen Souveränität der Öffentlichen Verwaltung; Eckpunkte – Ziel und Handlungsfelder“ zur Stärkung der Digitalen Souveränität der Öffentlichen Verwaltung definiert diesen Handlungsrahmen und soll als politische Willenserklärung die Einhaltung und Weiterentwicklung gewährleisten.

    Zum Eckpunktepapier

    Zur Strategische Marktanalyse zur Reduzierung von Abhängigkeiten von einzelnen Software-Anbietern

  • Strategie zur Stärkung der Digitalen Souveränität für die IT der Öffentlichen Verwaltung

    Bund, Länder und Kommunen haben im gemeinsamen Eckpunktepapier das Ziel definiert, die Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung zu stärken (Entscheidung 2020/07). Als Fortschreibung und Spezifizierung des Eckpunktepapiers beschreibt die „Strategie zur Stärkung der Digitalen Souveränität für die IT der Öffentlichen Verwaltung“ strategische Ziele, Lösungsansätze und Maßnahmen zur Stärkung der Digitalen Souveränität der IT von Bund, Ländern und Kommunen. Diese wurden mit Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen in der AG „Cloud Computing und Digitale Souveränität“ erarbeitet. Die Strategie dient als Bezugsrahmen für die weiteren Arbeiten der AG sowie deren Unterarbeitsgruppen.

    Zum Strategiepapier

    Zum Dokument "Strategy for strengthening the digital sovereignty of public administration IT" (english version)

  • Deutsche Verwaltungscloud-Strategie: Föderaler Ansatz

    Aufgrund fehlender Standardisierung in einzelnen Cloud-Architekturschichten, sind die bestehenden föderalen Cloud-Lösungen nur eingeschränkt in ihrer Zusammenarbeit miteinander vereinbar. Dies erschwert beispielsweise die Wiederverwendbarkeit von Anwendungen untereinander. Es ist daher erforderlich, gemeinsame Standards für bestehende und zukünftige föderale Cloud-Lösungen zu definieren. Darüber soll eine Reduktion von Abhängigkeiten sowie die Steigerung der Effizienz und Effektivität in Entwicklung, Inbetriebnahme und Betrieb erzielt werden. Die Sicherstellung und Stärkung von Datenschutz und Informationssicherheit sowie die Optimierung von Datenaustausch, -speicherung und -nutzung zwischen Bund, Ländern und Kommunen stellen weitere Ziele dar.

    Zur Deutschen Verwaltungscloud-Strategie: Föderaler Ansatz

    Zum Dokument "Germany’s government cloud strategy: The federal approach" (english version)

  • Deutsche Verwaltungscloud-Strategie: Rahmenwerk der Zielarchitektur

    Ziel dieses Dokumentes ist es, gemeinsame Standards für die föderale Cloud-Infrastruktur der öffentlichen Verwaltung und deren Standorte zu definieren. Die Spezifizierung der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie als Fortführung des beschlossenen Konzeptpapiers bildet die Basis zur Umsetzung erster Pilotierungsprojekte. Die Vorgaben unterstützen die mit dem Eckpunkte- und Strategiepapier angestrebte offene, modulare und interoperable Ausrichtung der IT-Architektur. Ebenso ist die Schaffung föderaler Cloud-Strukturen für Bund, Länder und Kommunen ein zentrales Element des 9-Punkte Plans des Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik. Der initiale Fokus des vorliegenden Rahmenwerks der Zielarchitektur sowie den darauf basierenden Pilotierungsprojekten liegt auf der Schaffung einer Grundlage, um zukünftige Softwarelösungen einheitlich betreiben zu können und damit untereinander austauschbar zu machen. Die Weiterentwicklung, beispielsweise die Konzeptionierung des Cloud-Service-Portals sowie der Koordinierungsstelle (Arbeitstitel), erfolgt stufenweise.

    Zur Deutschen Verwaltungscloud-Strategie: Rahmenwerk der Zielarchitektur

    Zum Dokument "Germany’s government cloud strategy: target architecture framework" (english version)

  • Open CoDE Plattform

    Open CoDE ist ein Projekt zum Aufbau einer gemeinsamen Plattform der Öffentlichen Verwaltung (Arbeitstitel: Open Source-Plattform) für den Austausch von Open Source-Software. Das Projekt ist Teil der Umsetzung der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie. Durch die zentrale Ablage von offenen Quellcodes kann Open CoDE die Wiederverwendung von Open Source-Lösungen der Öffentlichen Verwaltung fördern und einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Digitalen Souveränität leisten. Klare Verhaltensregeln und Hilfestellungen sowie eindeutige lizenzrechtliche Anforderungen sollen die (rechts-)sichere Nutzung der Plattforminhalte fördern und die Einstiegshürden zur Teilnahme an Open Source in der Öffentlichen Verwaltung verringern. Interessierte werden eingeladen, sich einen Überblick über die Plattform zu verschaffen und bei Bedarf zu registrieren. Nutzen Sie so die Möglichkeit, sich mit Teilnehmenden aus der Öffentlichen Verwaltung zu vernetzen, Communities zu bilden und Projekte gemeinsam zu gestalten. Auch die Mitarbeit an der Verbesserung von Open CoDE ist herzlich willkommen und über verschiedene Wege auf der Plattform möglich!

    Zur Open CoDE Plattform

     

  • Zentrum für Digitale Souveränität („ZenDiS“)

    Das Zentrum für Digitale Souveränität (Arbeitstitel „ZenDiS“) soll die Verfügbarkeit leistungsfähiger und skalierbarer Open-Source-Alternativlösungen sicherstellen. Ebenso soll das Zentrum das Bewusstsein für Open-Source-Software als moderne, leistungsfähige, sichere und souveräne Alternative stärken sowie den Einsatz von Open-Source-Software in der Öffentlichen Verwaltung forcieren. Die grundsätzliche Notwendigkeit der Etablierung einer solchen zentralen, koordinierenden Stelle zur Förderung von Open-Source-Software in der Öffentlichen Verwaltung wurde vom IT-Rat im April 2021 beschlossen. Dieser Beschluss wurde vom IT-Planungsrat im Oktober 2021 bestätigt (Entscheidung 2021/47). Aktuell arbeitet das BMI – unter enger Einbindung von Ländern und Kommunen über die AG Cloud – an der Weiterentwicklung des Organisationskonzepts, insbesondere im Hinblick auf Governance und Finanzierung.

    Zum Organisationskonzept Zentrum für Digitale Souveränität

  • Proof-of-Concept

    Parallel zur Erarbeitung des Rahmenwerks der Zielarchitektur wurde die Umsetzung der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie in einem ersten Proof-of-Concept (PoC, dt.: Machbarkeitsstudie) pilotiert. Ziel dieses ersten PoCs war, das „Prinzip DVS“, also den einheitlichen Betrieb von Softwarelösungen in Form von Containern auf Basis einer standardisierten Infrastruktur in mehreren, über ganz Deutschland verteilten Cloud-Standorten, nachzuweisen. Dieses Ziel wurde erreicht, wie auch viele weitere Meilensteine der Umsetzung der Deutschen Verwaltungscloud. Unter anderem sind Open Source-Projekte für Open Source Software (z.B. Nextcloud, PostgreSQL) zum sicheren Einsatz innerhalb der Öffentlichen Verwaltung entstanden.

    Zum ausführlichen Ergebnisbericht des DVS Proof-of-Concept 1.0

Web-Sessions: Von Deutscher Verwaltungscloud über Open Source bis hin zum Zentrum für Digitale Souveränität

Vom 10. bis zum 12. Mai 2022 hat die Arbeitsgruppe Cloud Computing und Digitale Souveränität (AG Cloud) beim IT-Planungsrat zur virtuellen Veranstaltung „Multi-Cloud und Open Source als Katalysatoren für souveräne Verwaltungsdigitalisierung“ eingeladen. Ziel der Veranstaltungsreihe war es, die Themen der AG Cloud der Breite der Öffentlichen Verwaltung zugänglich zu machen, zu informieren und in den Austausch zu kommen.

Alle Vorträge und Diskussionen wurden aufgezeichnet und sind online verfügbar. Die Veranstaltung umfasste folgende Themenschwerpunkte:

  • Bund, Länder und Kommunen setzen die Multi-Cloud um: Deutsche Verwaltungscloud
  • Open Source als Katalysator für souveräne, innovative Verwaltungsdigitalisierung
  • Rolle der öffentlichen Beschaffung im Kontext der Digitalen Souveränität

Zu den Aufzeichnungen