IT-Planungsrat

föderale E-Government-Infrastruktur

Weiterer Auf- und Ausbau der föderalen E-Government-Infrastruktur

Ziel der Maßnahme ist eine Voruntersuchung für den weiteren Auf- und Ausbau einer gemeinsam verwalteten föderalen Infrastruktur für fachunabhängige und fachübergreifende E-Government-Prozesse. Bereits vorhandene Konzepte und Maßnahmen werden dabei einbezogen.

Für die Realisierung des Vorhabens werden folgende Meilensteine geplant:

  1. Bestandsaufnahme ausgewählter, häufig genutzter E-Government-Prozesse (z. B. Information, Kommunikation, Nachweis, Partizipation, Transaktion) in Bund, Ländern und Kommunen und deren Beschreibung hinsichtlich Funktion, Datenbestand und Schnittstellen in Form eines exemplarischen Infrastruktur-Atlasses (Bestandsaufnahme).
  2. Beschreibung wiederholt genutzter Querschnittsfunktionen (z. B. Formularbereitstellung, Identifizierung von Antragstellern, Bezahlverfahren, Langzeit-Dokumentennachweis) hinsichtlich Funktion, Datenbestand und Schnittstellen. Der Schwerpunkt liegt auf Querschnittsfunktionen, die primär der unmittelbaren Dienstebereitstellung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern dienen (Front Office). Erkenntnisse zu Backoffice-Funktionalitäten (z.B. Wissensmanagement) aus anderen Projekten sollen genutzt werden.
  3. Analyse der Querschnittsfunktionen im Hinblick auf Synergie- und Interoperabilitätseffekte und mögliche Harmonisierungspotentiale.
  4. Vorschläge, welche Querschnittsfunktionalitäten durch gemeinsame föderale Infrastrukturen effizient angeboten werden können (Infrastrukturbedarfsfeststellung).

Parallel zur Voruntersuchung werden zwei Teilprojekte durchgeführt, die sich mit folgenden Schwerpunkten befassen:

Teilprojekt I: Gemeinsame Infrastruktur für die Funktionen E-Mail, Kalender, Kontakte und Aufgaben

Zielsetzung:

Am Markt sind zunehmend Cloud-Dienste für die Bürokommunikation (E-Mail, Kalender und Aufgaben) verfügbar. Wegen der besonderen Vertraulichkeit von Verwaltungsdaten muss ein entsprechendes Cloud-Angebot für die öffentliche Verwaltung innerhalb einer besonders geschützten Infrastruktur aufgebaut werden. Bund und 15 Bundesländer haben dafür jeweils separate und damit redundante Infrastrukturen aufgebaut. Ein gemeinsamer Dienst für Bund, Länder und Kommunen soll geprüft und eine entsprechende Machbarkeitsstudie dem IT-Planungsrat vorgelegt werden.

Teilprojekt II: Nationale Langzeitspeicherung

a) Zielsetzung:

Ziel des Projektes 'Nationale Langzeitspeicherung (NaLa)' ist es, einen gemeinsamen, übergreifenden Dienst für Langzeitspeicherung und Aussonderung von elektronischen Behördenunterlagen zu beschreiben. Der Dienst soll für unterschiedliche öffentliche Verwaltungen wirtschaftlich nutzbar sein.

Für die Bearbeitungsphase und Aufbewahrungsfrist von elektronischem Schriftgut sollen nationale Empfehlungen ausgesprochen werden.

Konzepte für Formatwandlung, Medienverwaltung, Datentransfer, Viewer und Zugriffsberechtigungen sowie Konzepte für die Wahrung der Schutzwerte Integrität, Verfügbarkeit, Vertraulichkeit (in unterschiedlicher Ausprägung) sollen zusammengestellt oder bei Bedarf erstellt werden.

Die öffentlichen Verwaltungen führen ihre Akten zunehmend elektronisch und sind dabei zur sicheren und ordnungsgemäßen Aufbewahrung der Aufzeichnungen verpflichtet. Die jeweils zuständigen Archivbehörden werden einen Teil dieser elektronischen Akten zeitlich unbegrenzt aufbewahren müssen. Auch die Fachbehörden müssen Ihre Aufzeichnungen bis zur Aussonderung an die Archivbehörden längerfristig aufbewahren.

Auch während der Langzeitspeicherung müssen die Schutzwerte Integrität, Verfügbarkeit, Vertraulichkeit (in unterschiedlicher Ausprägung) gewahrt sein.

Synergien bestehen in der Erarbeitung vielfach verwendbarer Grundlagen und Konzepte, späterhin in Entwicklung und Betrieb einer länderübergreifenden Lösung und in der Nutzung einer gemeinsamen Lösung durch die jeweiligen Verwaltungen. Ein übergreifend nutzbarer, elektronischer Langzeitspeicherdienst erleichtert außerdem das Verfügbarmachen von Behördeninformationen im Rahmen von Informationsfreiheitsrechten.