IT-Planungsrat

Portalverbund mit Bürger- und Unternehmenskonten

Im Rahmen der Neuregelung des Bund-Länder-Finanzausgleichs ab 2020 einigten Bund und Länder sich im Dezember 2016 darauf, ihre Verwaltungsportale unter Berücksichtigung der föderalen Strukturen zu einem gemeinsamen Portalverbund zu verknüpfen.

Durch diesen Portalverbund sollen Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen die von ihnen gewünschte Dienstleistung und die zu dieser Dienstleistung bereitgestellten Informationen – unabhängig davon, auf welchem Verwaltungsportal sie einsteigen – direkt, schnell, einfach und sicher mit drei Klicks erreichen können.

Auf allen Verwaltungsebenen sollen Bürger- und Unternehmenskonten als Identifizierungskomponenten für die einfache Abwicklung von Verwaltungsdienstleistungen angeboten werden. Durch Speicherung wichtiger Daten in den Nutzerkonten müssen die Daten nicht stets neu eingegeben werden. Zudem wird die sichere elektronische Kommunikation mit der zuständigen Behörde vereinfacht.

Zur Bereitstellung eines zentralen und einfachen Zugangs zu seinen Online-Dienstleistungen erstellt der Bund 2017 ein neues Serviceportal, das Teil des Portalverbunds sein wird.

Übersicht über die Mehrwerte des PortalverbundesBildVergroessern Mehrwerte des Portalverbundes Quelle: BMI/ITI4

Umsetzung des Portalverbunds

Im Oktober 2016 hat der IT-Planungsrat die Aufnahme des Portalverbunds als weiteres Koordinierungsprojekt beschlossen. Im gleichen Monat traf sich erstmals die neue Koordinierungsgruppe aus Bund, Ländern und Kommunen unter Federführung des Bundesministeriums des Innern.

Die Koordinierungsgruppe hat u. a. die Erstellung einer geeigneten Portalverbund-Architektur sowie für den Anfang eine Liste von 100 Verwaltungsdienstleistungen zur initialen Integration in den Portalverbund vereinbart. Die im Frühjahr 2017 vorliegenden Ergebnisse werden als Basis für die weitere Soll-Konzeption und Umsetzung des Portalverbundes in 2017 und den Folgejahren dienen.

Soweit möglich soll bei der Umsetzung des Portalverbunds auf vorhandene Strukturen, Erfahrungen und Komponenten aus bestehenden Projekten von Bund und Ländern zurückgegriffen werden.

Umsetzung des Serviceportals Bund

Das neue Serviceportal des Bundes soll in Verbindung mit einem Bürger- und Unternehmenskonto des Bundes, das alle Bundesbehörden nutzen können, 2017 online gehen und schrittweise ausgebaut werden.

In einer ersten Ausbaustufe sollen Pilotvorhaben bereitgestellt werden, die als konkrete Beispiele auch die Ziele und den Nutzen des Portalverbundes veranschaulichen. Interessierte Bundesbehörden sind eingeladen, an der Pilotierung teilzunehmen. In einer weiteren Ausbaustufe soll eine einfache, standardisierte Schnittstelle angeboten werden, die es Bundesbehörden ermöglicht, ihre Verfahren mit geringem Aufwand online anzubieten.

Im Rahmen des Digitalisierungsprogramms des IT-Planungsrates sollen digitalisierte Anwendungen für weitere Anliegen der Bürger und Unternehmen online bereitgestellt werden. Diese sind im Sinne und nach den Vorgaben des Portalverbundes auszugestalten.

Bestehende und neue Bürger- und Unternehmenskonten werden im Rahmen der Projektgruppe eID-Strategie des IT-Planungsrates interoperabel gestaltet, sodass ein einziges Bürger- oder Unternehmenskonto ausreicht, um sich gegenüber allen Verwaltungsdienstleistungen identifizieren zu können.

Federführung: Bund