IT-Planungsrat

Governikus MultiMessenger (GMM)

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Der GMM ist eine elektronische Multikanal-Lösung, die heute schon alle relevanten nationalen Transportkanäle und zukünftig auch alle elektronischen Einschreib-Zustelldienste technisch-juristisch verarbeiten kann. Verarbeiten bedeutet in diesem Sinne empfangen/sammeln, technische Prüfungen und Signaturprüfungen nach SigG und eIDAS sowie weiterleiten an die IT-Systeme der Verwaltungen wie Fachverfahren und Vorgangsbearbeitungssysteme (z. B.die E-Akte). Hinzu kommen die Protokollierung der Zugangseröffnung und der Versand von Nachrichten in die angeschlossenen Kanäle (Rückweg). Der Identitäten-Speicher des GMM speichert mit der Zugangseröffnung den bevorzugten elektronischen Kommunikationsweg des Bürgers oder des Unternehmens sowie dessen Verschlüsselungs-Zertifikat.

Elektronische Kommunikation erfolgt seit Jahren primär über ungesicherte E-Mails. Dabei ist die weltweite Erreichbarkeit, die E-Mail für private und geschäftliche Zwecke ermöglicht, einer der wichtigsten Vorteile des Systems. Andererseits mangelt es der E-Mail an Vertraulichkeit, an Authentizität und an Verbindlichkeit. Diese Problemfelder haben zu einer Fülle von Alternativen oder Variationen der klassischen E-Mail geführt. Einige sicherere Variationen der E-Mail sind DE-Mail, E-Postbrief, PGP oder S/MIME verschlüsselte Mails (Stichwort: Volksverschlüsselung). Weitere Alternativen zur E-Mail stellen das Elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP) sowie international jeder Datei-Upload oder Portalservice per Browser dar.

Die EU-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt (eIDAS VO) definiert in Abschnitt 7 (Artikel 43 und 44) Dienste für die Zustellung elektronischer Einschreiben. Diese europäischen elektronischen Einschreib-Zustelldienste gem. eIDAS Verordnung können ab Juli 2016 angeboten werden und sind ebenfalls Alternativen oder Variationen von klassischer E-Mail.

Grafische Darstellung der Lösung GMM--Governikus MultiMessengerBildVergroessern Quelle: Governikus GmbH & Co. KG

Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen können von der Verwaltung aber nur bedingt auf einen bestimmten Kommunikationskanal beschränkt werden; die Verwaltung selbst kann aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht jeden Kommunikationskanal bis zum Sachbearbeiter technisch vorhalten. Der Governikus MultiMessenger bietet für die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen alle benötigten Kommunikationskanäle an. Dabei werden die eingehenden Nachrichten auf die von der Verwaltung festgelegten Kanäle an die Fachverfahren bzw. bis zum Bearbeiter weitergeleitet. Der Governikus MultiMessenger ermöglicht somit für die elektronische Kommunikation eine Multikanal-Strategie für die elektronischen Ein- und Ausgänge in die Verwaltung.

Alle Schnittstellen des GMM sind an offenen nationalen und internationalen Standards ausgerichtet, wie beispielsweise XTA, SPML oder SMTP. Über die XTA Schnittstelle werden XTA-Nachrichten im E-Government mit Webportalen, Fachverfahren oder DMS-Systemen ausgetauscht. Durch die Verwendung des offenen SPML Webservice-Standards ist der GMM zu anderen Identitätsspeichern (z. B.Servicekonten, lokalen Systemen mit LDAP Schnittstelle, etc.) kompatibel.

Federführung: Rheinland-Pfalz